Willkommen auf dem Zechengelände

Ein Zechengelände umfasst alle für den Betrieb einer Zeche erforderlichen Anlagen über Tage.

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Vue aérienne. Au premier plan, les chantiers du fond, au second plan, de gauche à droite, les puits Wendel 1, 2, 3 © 4 vents

Das Zechengelände

Das Zechengelände umfasst alle für den Betrieb einer Zeche erforderlichen Anlagen über Tage.

Der Besuch ist kostenlos. Der auf dem Vorplatz des Musée les Mineurs Wendel beginnende Besichtigungsrundgang führt zum Bergwerk Wendel und erläutert unterwegs die Geschichte der Zeche, sowie Funktion und Geschichte der wichtigsten Gebäude „über Tage“ eines Bergwerks.

Entlang des Rundgangs stehen 10 dreisprachige Informationspunkte (Französisch, Deutsch, Englisch) in der Nähe der Gebäude, die mit alten Fotos aus den 1950er Jahren bebildert sind.

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Le chevalement du puits Wendel 2 (au premier plan) et le remplacement du chevalement du puits Wendel 1. Entre 1955 et 1957.

Schacht Wendel 2

Der Schacht ist die lebenswichtige Infrastruktur eines Bergwerks für den Transport von Arbeitern, Kohle und Material. Er führt zu Stollen in unterschiedlichen Tiefen, die zu den Flözen führen, wo die Kohle aus dem massiven Gestein gehauen wird.

Der Schacht Wendel 2 ist einer der drei Schächte am Standort Wendel. Er wurde 1871 kurze Zeit nach Entdeckung der Kohle am Standort 1865 geteuft, ist 773 Meter tief und hat 5 Meter Durchmesser. Darüber steht ein 54 Meter hoher Förderturm aus dem Jahr 1949, der die sichtbare Infrastruktur „über Tage“ darstellt. Der Schacht wurde 1992 geschlossen und der Förderturm wurde 1998 unter Denkmalschutz gestellt.

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Die Entwicklung der Kohlegewinnung am Standort Wendel

Der Standort Wendel entwickelt sich schnell nach der Gewinnung der ersten Kohleblöcke im Jahre 1865.

1889 werden der Standort Wendel, wie auch alle Schächte von Petite-Rosselle der Wendel-Gruppe direkt unterstellt und werden ab dann von den „Kohlegruben Petite-Rosselle“ betrieben.

Bis zum Ersten Weltkrieg nimmt die Produktion rasch zu und stagniert kurz vor dem Zweiten Weltkrieg.

Nach 1945 kurbelt der Kampf um die Kohle in einem durch den Krieg gebeutelten Kohlebecken die Entwicklung des Standortes Wendel wieder an. Die Schächte Wendel 1 und 2 werden modernisiert, der Schacht Wendel 3 wird 1952 geteuft und 1958 mit der hochmodernen Aufbereitungsanlage 3 ausgestattet.

1962 modernisiert das Unternehmen die Aufbereitungsanlagen 1-2 und errichtet ein Gebäude über der alten Aufbereitungsanlage. Der Betrieb und die Investitionen werden bis zur Einstellung des Grubenbetriebs 1986 fortgeführt.

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Fördermaschinen der Schächte Wendel 1 und 2

Die Fördermaschine liefert die erforderliche Kraft, um das Kabel zu bewegen, das mit 16 Metern pro Sekunde mit Höchstgeschwindigkeit durch den Schacht führt. Sie besteht aus einem Motor und einer Trommel, die das Kabel aufwickelt.

Die Schächte Wendel 1 und 2 sind mit zwei Fördermaschinen ausgestattet, die nach unterschiedlichen Prinzipien konstruiert sind und sich beide in den Gebäuden gegenüber den Fördertürmen befinden.

Die Fördermaschine des Schachts Wendel 1 besteht aus einer doppelzylindrisch-konischen Trommel, während der Schacht Wendel 2 mit einem Treibscheiben-Fördersystem ausgestattet ist.

Dans la Mine Wendel, chantier en dressants: la machine est une ANF de couleur rouge et jaune avec un tambour de havage noir

La Mine Wendel

Die Untertagebaustellen sind im alten Materialpark des Standortes Wendel eingerichtet worden.

Sie haben die Form eines aufgeschlagenen Buches erhalten, das die Geschichte des Bergwerks symbolisiert. In den roten Modulen, den Seiten, befinden sich der Reihe nach Darstellungen der flachfallenden, tonnlägigen und seiger Abbaustellen. Die horizontalen Metallrohre stellen die Förder- oder Vortriebsstollen dar. Die Maschinen und Anlagen, die an den Abbaustellen zu sehen sind, entsprechen den letzten Methoden der Kohlegewinnung in Lothringen gegen Ende des 20. Jahrhunderts.

Das Material und die Stollen wurden von noch aktiven lothringischen Bergleuten installiert, die für eine getreue Nachbildung der Zusammensetzung der Anlagen gesorgt haben, die sie unter Tage gekannt haben. Insgesamt sind 1.500 Tonnen Material hierher gebracht worden, um diese im Juni 2006 eröffneten Ausstellungen zu schaffen.

Le carreau Wendel vu depuis le terril. Au premier plan, la zone de stockage du matériel et les rames de wagons en attente de chargement

Die zentrale Abraumhalde von Petite-Rosselle

Die ausgedehnte, nicht zugängliche, aber hinter den Abbaustellen unter Tage sichtbare Abraumhalde erstreckt sich zwischen dem Standort der ehemaligen Zeche Wendel und dem ehemaligen Standort Simon in Forbach.

Sie wurde von 1872 bis 1991 zur Lagerung von Steinkohleschiefer verwendet, der bei der Verarbeitung der Kohle in den Aufbereitungsanlagen der Standorte Simon, Wendel und Gargan abgeschieden wurde. Die Abraumhalde diente auch der Entsorgung der unterschiedlichen Abfälle, die von den HBL (Kohlegruben des Lothringer Beckens) erzeugt wurden.

Die jetzt mit Birken bewachsene Abraumhalde lebt, denn es kann zu Verbrennung im Inneren kommen, sie kann sich erhitzen und in der Tiefe entzünden. Aufgrund dieser inneren Wärme stellt die Abraumhalde ein besonderes Ökosystem dar, in dem sich eine an wärmeres Klima angepasste Fauna und Flora gut entwickelt.

Le « bloc énergie », les ateliers, le magasin et le chevalement du puits Wendel 3. A droite, une partie de la cité minière Wendel-Sud.

Energie am Standort

Ab 1946 werden die jetzt explosionsgeschützten Anlagen unter Tage, die für den Betrieb in entzündlicher Atmosphäre konzipiert sind, nach und nach an das Stromnetz angeschlossen. Steigender Strombedarf. Die Stromproduktion wird ausgelagert, der Strom wird nicht mehr in der Zeche erzeugt.Der Strom wird von dem allgemeinen Stromnetz der HBL geliefert, in 65 kV Hochspannungsluftleitungen zum Standort geführt und in diesem monumentalen „Energieblock“ umgewandelt, den er mit 5 kV verlässt.

Vor der Elektrifizierung des Untertagebaus war die Arbeit der Bergleute lange manueller Art oder wurde von einem Pferd unterstützt, bevor sie dank der Nutzung von Pressluft mechanisiert wurde. Diese Pressluft wurde bis zur Schließung der letzten Zechen noch für Nebenanlagen oder Notanlagen verwendet.

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts, als die Elektrizität übernahm, lieferte Dampf den Anlagen über Tage die Energie für den Betrieb.

A l'atelier, deux ouvriers utilisant un marteau pilon © Son et Lumière

Magazin und Werkstätten

Die Magazine und Werkstätten befinden sich an der Vorderseite des Energiegebäudes. Sie wurden anlässlich der Modernisierung des Standortes Wendel zwischen 1954 und 1956 gebaut.

Im Magazin werden die für den Abbaubetrieb unerlässlichen Teile, Werkzeuge und Maschinen gelagert. Im gesamten Kohlebecken gibt es weitere große Zentrallager.

In den Werkstätten sind die Techniker für die Wartung und Reparatur der Maschinen und Werkzeuge der Bergleute verantwortlich. Am Standort Wendel gibt es drei Werkstätten: die Maschinenwerkstatt, die Elektrowerkstatt und die elektromechanische Werkstatt.Das zu wartende Material, wie auch die zu wartenden Rangierloks und Loren für den Transport über Tage werden auf dem Schienenweg zu den Werkstätten gebracht.

Kohleförderung über den Schacht Wendel 3

Nach dem Abbau in der Grube wird die Kohle über Förderbänder durch die Stollen bis zum Schacht befördert. Sie wird anschließend am „Füllort unter Tage“ verladen, von dem ein Käfig sie zum „Füllort über Tage“ befördert. Von dort wird die Kohle gelagert oder direkt zur Aufbereitungsanlage gebracht.

In den 1950er Jahren waren der Schacht Wendel III und seine Aufbereitungsanlage hochmodern. Sie waren für den Abbau und die Aufbereitung von Fettkohle (mit höchstem Heizwert) bestimmt.

Der Schacht Wendel III ist über Tage mit einem Füllort doppelter Förderung, bestehend aus Fördergefäßen (sehr großen Käfigen) und Förderwagen (durch „Kipper“ geleerte Loren), ausgestattet. Zwei Fördergefäße und zwei Käfige mit Förderwagen werden gleichzeitig durch den Schacht zu Tage gefördert.

Vue de l’intérieur du lavoir Wendel 1-2. 1966.

Aufbereitung der Kohle in der Aufbereitungsanlage Wendel 1-2

Nach dem Fördern muss die Förderkohle aufbereitet werden, um sie vermarktungsfähig zu machen. Diese Aufbereitung erfolgt in „Aufbereitungsanlagen“ (Kohlenwäsche). Die Aufbereitungsanlage Wendel 1-2 wurde 1929 gebaut und anschließend zwischen 1954 und 1960 modernisiert.

Dort wird Kohle vom Typ „fette Flammkohle B“ aufbereitet, die in den Schächten Wendel 1 und Wendel 2 abgebaut wird.

Dort wird die Rohkohle in verschiedenen Arbeitsgängen aufbereitet und gewaschen, um „gewaschene Kohle“ mit Eigenschaften zu erzeugen, die den Anforderungen unterschiedlicher Abnehmer entsprechen (Kraftwerke, Kokereien, Heizwerke, Privatpersonen, usw.).

Das „schlammhaltige“ Wasser (mit Wasser gemischte Kohlefeinpartikel) aus der Kohleaufbereitung wird in ein großes, rundes Absetzbecken gepumpt, das noch in der Nähe der Aufbereitungsanlage zu sehen ist.

Beim Verlassen der Aufbereitungsanlage wird die von Unreinheiten abgeschiedene und kalibrierte Kohle in Kohlenwagen verladen.

Modernisation du lavoir Wendel 1-2 par ajout d’un nouveau module © John Craven

Architektur der Aufbereitungsanlage Wendel 1-2

Die Aufbereitungsanlage Wendel 1-2 ist an sich schon ein Zeuge der architektonischen Entwicklung des Standortes zwischen 1865 und 1961. Diese insgesamt neunmal veränderte und erweiterte Anlage besteht aus verflochtenen Gebäuden aus zwei Hauptbauphasen. Der älteste, aus Backstein bestehende Teil stammt von 1891; der neueste Teil (Modul in heller Farbe) stammt von 1961.

Das ursprüngliche Gebäude von 1891 wurde bis 1960 nach und nach fünfmal erweitert. Der zentrale Teil dieses Gebäudes aus dem Jahr 1929 beherbergt wichtige technische Entwicklungen.

Bei seiner wichtigsten Umgestaltung 1961, in deren Rahmen die Aufbereitungskapazität und die Präzision der nassen Aufbereitung verbessert wurde, wurde ein großes Modul in heller Farbe über dem bestehenden Gebäudeteil gebaut.