Ausstellung „Zeitzeichen: Industriekultur im Wandel“

Praktische Informationen:

Der Ausstellungsraum „L’art dans le musée“ ist zu den Öffnungszeiten des Musée Les Mineurs Wendel zugänglich – dienstags bis sonntags von 10-18 Uhr.

02. Mai 2026 – 30. Sep. 2026

Die Museumsgalerie in Petite-Rosselle zeigt Werke der Künstlerin Ursula Bauer aus Perl.

Vom 2. Mai bis zum 30. September 2026 zeigt die Galerie „L’Art dans le Musée“ die Ausstellung „Zeitzeichen: Industriekultur im Wandel“ der saarländischen Künstlerin Ursula Bauer. Mit einem einfühlsamen zeitgenössischen Ansatz untersucht die Malerin die Veränderungen der Saar-Lor-Lux-Region und verwandelt die Überreste der Industriekultur in poetische Räume, in denen Erinnerung, Identität und Wandel miteinander in Dialog treten. Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Museums zugänglich.

Industriekultur als kulturelles Gedächtnis

Die Ausstellung „Zeitzeichen: Industriekultur im Wandel“ zeigt Werke, die von der Ästhetik stillgelegter Industriestandorte inspiriert sind, und setzt sich mit den Begriffen Erinnerung, Identität und Wandel auseinander. Hochöfen, Fördertürme und andere Industrieanlagen werden nicht als bloße Überreste der Vergangenheit dargestellt, sondern als bedeutungsgeladene Bilder an der Schnittstelle zwischen Geschichte und Gegenwart.

„Zeitzeichen“ versteht sich als künstlerischer Beitrag zur Auseinandersetzung mit strukturellem Wandel und regionaler Identität, verbindet die industrielle Vergangenheit mit der heutigen Erinnerungskultur und thematisiert deren Bedeutung für die Zukunft.

Die Werke von Ursula Bauer verdeutlichen, dass Industriekultur nicht nur als historisches Erbe zu verstehen ist. Sie ist Teil eines stets lebendigen kollektiven Gedächtnisses und bildet eine Inspirationsquelle für künstlerisches Schaffen.

Die Künstlerin

Ursula Bauer lebt und arbeitet in Perl an der Mosel und ist seit vielen Jahren als professionelle Künstlerin tätig. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch eine starke visuelle Sprache aus, in der Licht, Struktur und Materialität eine zentrale Rolle spielen.

Die Industriekultur bildet einen Schwerpunkt ihres Schaffens. Diese ist insbesondere von ihren persönlichen Erfahrungen geprägt: Der Bergbau und die Stahlindustrie waren in ihrer Kindheit und Jugend im Saarland allgegenwärtig. Die Erinnerungen an Rauch, Hitze, Lärm und das Leuchten der Hochöfen sind tief in ihrem Gedächtnis verankert. Ausgehend von diesen Erfahrungen setzt sie sich künstlerisch mit industriell geprägten Landschaften auseinander. Dabei geht es nicht nur um die dokumentarische Darstellung dieser Industrielandschaften, sondern um deren künstlerische Verarbeitung und Neuinterpretation.

Spuren der Zeit – Bergbaulandschaften im Wandel

Die Werke von Ursula Bauer beschäftigen sich mit der industriellen Vergangenheit der Saar-Lor-Lux-Region. Sie umfassen sowohl großformatige Gemälde als auch feinere Radierungen (ein Gravurverfahren). Die Motive aus dem Kohlebergbau und Hochöfen erscheinen darin als Zeugen einer Epoche, die die Landschaften und die lokale Identität tief geprägt haben.

Die im Musée Les Mineurs Wendel ausgestellten Werke stehen in direktem Dialog mit dem Ausstellungsort. Die erhaltenen Industrieanlagen begegnen einer Bildsprache zwischen Abstraktion und Erinnerung. Dunkle, erdige Farbtöne treffen auf leuchtende Akzente und erinnern an Kohle, Erz und Wärme, aber auch an den tiefgreifenden Wandel dieser einst lebendigen Arbeitswelten.

In ihren Arbeiten verdichtet die Künstlerin die Spuren von Arbeit, Zeit und Materie zu komplexen Kompositionen. In ihrer Malerei steht der Begriff Transformation im Mittelpunkt. Eine reduzierte Farbpalette und fragmentierte Strukturen vermitteln die Stille der industriellen Tätigkeit, während hellere Farbtupfer die Erinnerung an ein vergangenes Leben anklingen lassen. Die Nahaufnahmen entwickeln eine eigene Dynamik, in der neue Energien und Bewegungen entstehen.